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Mittwoch, 25. Mai 2016

Mail vom Stadtteilmanagement an >600 Empfänger auf der Mierendorff-INSEL

Die elektronische Litfaßsäule - Neuer WLAN “social INSELspot” im HaM; ab sofort im Testbetrieb im HaM verfügbar


Dieser Tage haben wir im “Haus am Mierendorffplatz” den -versuchsweisen- Testbetrieb unseres “social INSELspot” aufgenommen.

Was ist das, ein “social INSELspot”?
Ein “social INSELspot”, wie wir ihn nennen, ist der erste von mehreren geplanten, WLAN-Access Points, (SSID: INSELnet(t) [HaM]), der allen vorbei ziehenden Passanten -die Bushaltestelle vor dem Haus sorgt hier  für die gewünschte, rege Laufkundschaft- auf Wunsch jederzeit den elektronischen Zugriff auf Informationen des Stadtteilmanagements, mittels Smartphone, gestattet.
Hierzu ist der Zugang zu unseren Informationen auf Facebook frei geschaltet. - Um die Informationen abzurufen, muss man übrigens nicht bei Facebook angemeldet sein; man kann unsere dort eingerichtete Seite auch ohne eigenes Fb-Konto abrufen.

Durch dieses Experiment, so hoffen wir, können wir künftig mehr und besonders auch jüngere Menschen aus dem Kiez für die Belange des Kiezes dauerhaft(er) interessieren, sensibilisieren und, bei begrenzten Mitteln und fehlenden anderen lokalen Printmedien, zudem unsere Informationen kostengünstig und dauerhaft verbreiten. Letztlich ist es die Fortsetzung der seit 1854 erfundenen Litfaßsäule mit elektronischen Mitteln. Damit sind wir modern und zukunftsfähig aufgestellt.

Der Zugang zu diesen Informationen ist kostenlos, ebenso frei wie freiwillig und dort jederzeit -365/24- möglich. Ein Übergriff auf unsere Netze, bzw. in das Internet als solches, ist ohne Passwortkenntnis nicht möglich. Aus rechtlichen Gründen muss das, bis zur demnächst geplanten, gesetzlichen  Abschaffung der sog. Störerhaftung, bis auf weiteres zwingend auch so bleiben. Aus Sicherheitsgründen wird die MAC-Adresse der Besucher*innen mit dem Zugriffsdatum gelogged, also registriert, um, wider Erwarten, auf ungebetene Aktivitäten jederzeit sachdienlich reagieren zu können.

Für den Publikumszugriff dort gleichzeitig frei gegeben haben wir, als zusätzlichen Mehrwert, einige wenige nützliche Dienste, von denen naturgemäß keine Gefahr illegaler Aktivitäten ausgeht, wie zB die Info-Seiten der BVG, Spiegel.de, Deutscher Wetterdienst, Wikipedia sowie die Google-Suche.

Wir sind gespannt auf das feedback der Community.

Sonntag, 22. Mai 2016

Berlin kann sich mit Manhattan / NYC nicht vergleichen - Das "LinkNYC -Projekt"

Berlin ist aktuell nur Mittelmaß. Ob das bewusst so inszentiert wurde oder ob das nur Unfähgkeit ist, erschliesst sich nicht zwingend. Jedenfalls hat Berlin, trotz hochgejubelter startup-Szene, ein Modernisierungsproblem. Seit 2014 (sic!), also wirklich seit 2014 (siehe Senatsseiten undscreenshot hier im blog), wird an dem "Problem heftig gearbeitet" - besser "über dem Problem geschlafen". NYC gibt da ein anderes Tempo vor. Hier wachsen wöchentlich, man kann zusehen, neue Hotspots in den New Yorker Himmel. 10.000 sollen es am Ende sein. Berlin, zum Vergleich, möchte 600 aufstellen. Nun ja, manche Hunde wollen von Herrchen/Frauchen bekanntlich und sprichwörtlich eben zum Jagen getragen werden.


Hier das neue, diesmal friedliche, neue Manhattan - Project :)

Donnerstag, 19. Mai 2016

Nach knapp 10 Jahren bekommt Frau WLAN in Berlin Krähenfüsse, faltige Haut und Krampfadern - Eine Glosse

Frau WLAN ist alt geworden. Schleichend, ja nahezu unmerklich, ist sie im Laufe der letzten Jahre gealtert.
Blicken wir zurück: Vor knapp 10 Jahren war das noch ganz anders. Da sah sie sich noch sehr gerne im Spiegel an. Und wurde von vielen Politikern gerne zum Essen eingeladen, auch wenn sie damals schon Schmähbäuche hasste. Sie kam, liess sich feiern und bildete sich ein, die schönste Projektidee in Berlin zu sein. Jeder sieht mich, ich bin für alle da, alle können sie mich haben, doch das hat seinen Preis. - Heute sagt Frau WLAN eher: "Alle können sie mich gern haben."
Sie cremt sich jeden Morgen ihren gesamten Projektkörper mit hyaluronhaltiger Anti-Falten Creme ein, hat sich schon mehrfach Botoxen lassen - der fachkundige, aufmerksame Beobachter merkt das an der etwas eingeschränkten, perioralen Mimik - und sie macht regelmässige Yogaübungen, incl. Kopfstand, damit sich die Krampfadern leeren. "Stützstrümpfe haben mir meine Chefs auch verordnet, hautfarben, damit es nicht so auffällt, daß ich die tragen muss - wegen der Thrombosegefahr!", ergänzt Frau WLAN dem Reporter gegenüber - unaufgefordert.

Thrombosegefahr, Stau, Verfestigung. Das stimmt wohl alles! Denn dieses Bild beschreibt, in einer ersten kritischen Durchsicht des aktuellen Verfahrensstands, den Zustand der Hauptstadt im Hinblick auf öffentliche WLAN - Netze wohl am Besten. Das Ganze hat etwas Surreales. Etwa so, wie die DDR 40 Jahre vehement den Sozialismus aufgebaut hat und damit jeden Tag größere Erfolge feiern konnte. - Die Resultate sind gemeinhin bekannt.

Schauen wir doch einmal, völlig unbeschwert, auf die aktuellsten Entwicklungen und sezieren diese - genüsslich. Und dabei kommt folgendes heraus. Wir hatten es beinahe geahnt. Schuld sind immer die anderen. Dieses Mal ist der Unglücksrabe die "untere Denkmalschutzbehörde". Wer hätte dies gedacht? Kaum jemand kennt sie, doch plötzlich steht sie im Sch(w)einwerferlicht der unsichtbaren WLAN-Strahlung. Die UNTERE DENKMALSCHUTZBEHÖRDE - es gibt sie wirklich und das gleich vielfach geklont. In jeder Berliner Verwaltungsecke. Gleich einer vielköpfigen Hydra.
Glaubt man den Marktschreiern, dann ist die doch tatsächlich noch weitaus schlimmer, als der böse Beelze-Bub, eine Art WLAN-Pest, ein strahlenfressendes Geschöpf, das Tschernobly überlebt hat und dadurch auch im Gigahertz Bereich durch Mutation völlig resistent wurde. Denn diese verhindert, systematisch und flächendeckend, im Stadtgebiet Berlins Frau WLANs Selbstverwirklichung.
Wie? Ganz einfach: durch Reglementierung. Kein Dübel darf ohne ihr Placet ins Rote Rathaus eingetrieben werden, kein Haken an die Aussenwand - und das alles ohne Sturmsicherung? Nein, das geht gar nicht.

Und so schmelzen 170.000 € Steuergelder wie Butter in der Sonne. Und muss man eben neue Butter kaufen, wenn die alte zerronnen ist. Als Ergänzung zu den 650 eingekauften Butterpäckchen, deren 500 davon übrigens nur geliefert w/e-u/rden. Sch(w)undquote: 150 Stück oder (wer ist schnell im Kopfrechnen?) in Prozent, naaaa dämmerts?
Jetzt multipliziert man diese, Geld gewordenen, Illusionen mit Faktor 4 und schon reichts wieder eine ganze Weile für das gute Leben. Gelle?

Frau WLAN ist nun mal blond. Daher schreibt sie den kompletten Bus(s)iness - Plan nach Auftragserteilung komplett um. Change-Management nennt man das im Neusprech der New Economy des 21ten Jahrhunderts. -  Im Tiefbau hingegen, dort ist das schon länger bekannt und übrigends sehr einträglich. Dort firmiert diese Begrifflichkeit unter dem schlichten Titel: "Baubuch". Und in dieses werden, täglich, deshalb heisst es auch Tagebuch, vom "Bauleiter" alle neu entdeckten Kabel, nicht verzeichneten Mauern und eben alle sonstigen "Bauhindernisse" eingetragen, welche den Kostenvoranschlag in die Höhe treiben.

Das "Bautagebuch" ist damit ein von wenigen gelesene, besonders wertvolles Einzelexemplar, eine Art "Gutenbergbibel der Baustelle" also, welches allerdings Golddukaten scheisst. Und genau das ist es, was Tief bis Hoch die öffentliche Kohle schon immer eingebracht hat, jenseits aller vorvereinbarten Vertragsfestklauseln.

Schicksal halt. Doch wessen nur?